Bewegungstherapie in der Onkologie

Sport ist ein gutes „Medikament“ gegen Krebs

Sport gegen Krebs

Unterstützende Therapie bei Krebs

Kraft- und Ausdauertraining

Bei der Begleitung von Krebspatienten ist es besonders wichtig, einen individuellen Trainingsplan auszuarbeiten:

  • Welche konkreten Therapieziele verfolgt der Patient (bspw. Reduktion der CRF)?
  • Gibt es potenzielle Kontraindikationen und Kontextfaktoren zu berücksichtigen?
  • Begleiterkrankungen?

Empfohlen wird ein moderates bis intensives Training, 2 – 3x/Woche aus Kraft- und Ausdauersport. Regelmäßige Kontrollen zu Komplikationen, Begleiterscheinungen oder sich verändernder Situation des Patienten gewährleisten das Training adäquat und gezielt anzupassen. Ein darauf spezialisierter Arzt oder Bewegungsexperte steht mit Rat zur Seite.

Empfehlung für das Ausdauertraining

 Trainingsdauer:

150 min/Woche mit moderater Intensität oder
75 min/Woche mit höherer Intensität

! Wenn dies nicht möglich ist, gilt:
Jede Bewegung ist besser als keine!

Trainingsformen:

Von (Nordic)Walking über Training an Ausdauergeräten, wie Ergometern, Steppern oder Bikes bis hin zu Tanzen.

Tipp:
Wichtig ist, dass es dem Patienten Freude macht, gut dosierbar ist und in seiner individuellen Situation durchgeführt werden kann.

Trainingsmothoden:
  • Intermittierendes Training für Geschwächte: Belastung und Pausen z.B. im 2-Minuten-Rhythmus. Nach und nach Belastungsphasen verlängern oder Pausen kürzen bis zum kontinuierlichen Training.
  • Dauermethode: Kontinuierliche Belastung mit längeren Einheiten z.B. 30 – 60 min. unter moderater Intensität, oder kürzere mit hoher Intensität in z.B. 10 –  30 min.
Sport gegen Krebs Krafttraining

Empfehlung für das Krafttraining

Trainingsformen:
  • Gymnastische Übungen mit oder ohne Hilfsmittel
  • Übungen an Krafttrainingsgeräten
Trainingsmethoden:
(„FITT“-Kriterien, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen)
  • Frequenz (Frequency): 2 – 3x/Woche
  • Intensität (Intensity): 8 – 12x/Wochen bei 60 – 85 %; 1RM*/1 – 3 Sätze
  • Dauer (Time): 45 – 75 min. (6 – 8 Übungen)
  • Trainingsart (Type): Krafttraining am Gerät, Seilzug, mit Flexiband oder Kurzhanteln
* Trainingsintensität:

Die Intensität beim Gerätetraining richtet sich nach dem sog. „One-Repetition-Maximum“ (1RM = maximales Gewicht, mit dem eine Wiederholung einer Übung sauberer ausführbar ist).

borg skala
Tipp:
  • Bei Untrainierten mit niedrigsten FITT-Vorgaben beginnen. Bei Steigerung maximal ein FITT-Kriterium zur gleichen Zeit erhöhen.
  • Das Gerätetraining muss anfangs durch einen Therapeuten begleitet und regelmäßig kontrolliert werden. Das Training an Geräten hat den Vorteil, dass die Übungsausführung durch die gesteuerte Bewegung am Gerät sehr sicher ist. Die Geräteauswahl ist dabei nach Verfügbarkeit und Therapieziel auszurichten (z.B. Muskelgruppen).
  • Ein Training Zuhause ist mit Kurzhanteln oder Flexibändern möglich. Hierbei kann die „Borg-Skala“ hilfreich sein (optimal zw. Stufe 14 – 16)

Am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg werden wöchentlich über 40 Std. Bewegungstherapie für onkologische Patienten angeboten – von nebenwirkungsorientierten Bewegungsgruppen (z.B. Beckenbodentraining oder bei polyneuropathischen Symptomen) bis hin zu Rudern auf dem Neckar. Eckpfeiler der Bewegungstherapie am NCT ist das täglich angebotene Krafttraining. Dank der innovativen Technologie der eingesetzten Krafttrainingsgeräte der Firma HUR wird eine optimale Betreuung der Patienten gewährleistet. Durch den luftdruckgesteuerten Widerstand ermöglichen die Trainingsgeräte Übungen mit genau abgestimmten Widerständen. Das computergestützte Setup erleichtert das Training und liefert wichtige Daten zur kontinuierlichen Trainingsanpassung.

Voraussetzung für das Training mit Krebspatienten

In Anbetracht der enormen Komplexität einer onkologischen Erkrankung ist eine adäquate Betreuungsqualität notwendig, um eine Fehl-, Unter- und Überversorgung zu vermeiden. Für die Betroffenen selbst ist es außerordentlich wichtig, dass der sie betreuende Trainer weiß, was sie gerade durchmachen und sein Befinden im Kontext der Bewegungstherapie interpretieren kann. Eine Zusatzausbildung in der onkologischen Sport- und Bewegungstherapie ist daher dringend erforderlich.

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Um Patienten in Bewegung zu bekommen, ist es wichtig mögliche Barrieren zu reduzieren und Patienten einen einfachen Zugang zur Bewegungsprogrammen zu ermöglichen. Aus diesem Bedarf heraus wurde das Netzwerk OnkoAktiv am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg geschaffen.

Anlaufstellen für Physiotherapeuten

Das Netzwerk OnkoAktiv e.V. am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg hat sich daher neben der eigentlichen Patientenversorgung zur Aufgabe gemacht hat:

  • Bundesweite Vernetzung von Therapie- und Trainingsinstitutionen sowie an der Bewegungsförderung onkologischer Patienten engagierter Menschen
  •  Fachlicher Austausch und die Promotion der onkologischen Bewegungstherapie
    Hier mehr Informationen zu OnkoAktiv>>>
  •  Fort- und Weiterbildungen mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport e.V. und der Deutschen Hochschule für Prävention und  Gesundheitsförderung
    Hier mehr Informationen zu DVGS >>>
  •  Unterstützung bei der Organisation von Fachvorträgen oder anwendungsorientierten Schulungen für Angestellte und Patienten
    Hier mehr Informationen >>>

Weiterhin bietet das NCT mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie eine Ausbildung an, um im Rehabilitationssetting entsprechende Kurse halten zu können. Auch eine Ausbildung bei der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement ist möglich.

Hier weitere Informationen >>>